Inhaltliches Profil und Relevanz des Studiengangs

Der duale Studiengang Mechatronik an der Hochschule Magdeburg‑Stendal vermittelt ein wissenschaftlich fundiertes und anwendungsorientiertes Kompetenzprofil, das die zentralen Bereiche der Mechatronik als verbindendes Element von Elektro- und Informationstechnik sowie Maschinenbau abdeckt. Das Curriculum umfasst daher sowohl die Kernbereiche der Elektrotechnik, wie elektrische Energietechnik, Automatisierungs- und Kommunikationstechnik, Elektronik, Schaltungstechnik und Informatik, wie auch des Maschinenbaus mit Technischer Mechanik sowie Fertigungs- und Produktionstechnik. Darüber hinaus bildet der gestalterische Entwurf mechatronischer Systeme und von Mensch-Maschine-Schnittstellen mit entsprechenden Modulen einen weiteren Schwerpunkt des Studiums.

Die systematische Verzahnung von Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen in kooperierenden Unternehmen gewährleistet eine kontinuierliche Anwendung und Vertiefung des erworbenen Wissens.

Die Relevanz des Studiengangs ergibt sich aus dem Bedarf der Industrie an interdisziplinär ausgebildeten Ingenieuren für zentrale Zukunftsfelder wie Elektromobilität, Industrie 4.0, Digitalisierung, intelligente Infrastrukturen, kollaborierende Robotik und Künstliche Intelligenz. Der Studiengang leistet einen wesentlichen Beitrag zur regionalen und überregionalen Fachkräftesicherung und adressiert den steigenden Bedarf an qualifizierten Ingenieuren in technologieorientierten Querschnittsbranchen.

Der Studiengang kann in zwei verschiedenen Varianten praxisintegrierend studiert werden:

  • 7 Semester Regelstudienzeit (ohne IHK/HWK-Abschluss)
  • 9 Semester Regelstudienzeit (mit IHK/HWK-Abschluss)
Kompetenzprofil der Absolvent:innen

Absolventinnen und Absolventen des dualen Studiengangs Mechatronik sind befähigt, mechatronische Systeme zu planen, zu entwickeln, zu analysieren, zu optimieren und effizient einzusetzen. Dabei erwerben sie während des Studiums fachliche Kompetenzen in den Bereichen Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau sowie Konstruktion und Design. Das Curriculum erlaubt es den Studierenden im Vertiefungsstudium entsprechend ihren individuellen Neigungen und Wünschen sowohl technische Module aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Industriedesign als auch nichttechnische Module zu belegen. Dies bereitet sie später auf einen flexiblen Einsatz in unterschiedlichen Berufsfeldern vor. Die Studiengangstruktur sowie die dazugehörigen Module werden regelmäßig auf Aktualität und Studierbarkeit geprüft. Dazu werden auf Studienganggesprächen und -konferenzen die Meinungen von Vertretern der Industrie sowie der Studierenden aller Jahrgänge eingeholt, um Optimierungspotenziale in der Ausbildung zu eruieren. Darüber hinaus erfolgt eine stetige Qualitätskontrolle unter der Zuhilfenahme der Werkzeuge der Systemakkreditierung. 
Außerdem werden den Studierenden überfachliche, systemische und kommunikative Kompetenzen vermittelt, um beispielsweise die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die Umwelt zu beurteilen und die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklung zu erkennen. Dabei erlernen die Studierenden die Fähigkeit, nachhaltige, ethisch verantwortliche und sozial relevante Lösungen zu entwickeln und einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Berufliche Handlungsfelder 

Durch die duale Struktur des Studiums verfügen die Absolventinnen und Absolventen über ausgeprägte praxisbezogene Problemlösungs- und Kommunikationskompetenzen und sind unmittelbar für den beruflichen Einsatz qualifiziert.

Je nach gewählter individueller Vertiefung im Bereich der Elektrotechnik, des Maschinenbaus oder des Designs ergeben sich sehr vielfältige berufliche Handlungsfelder in nahezu allen Branchen der gewerblichen Tätigkeit wie beispielsweise:

  • in der Planung und Entwicklung von Unterhaltungselektronik oder Haushaltgeräten
  • beim Hard- und Softwareentwurf elektronischer Komponenten in intelligenten Systemen
  • im Automobilbau, in der maritimen Wirtschaft oder in der Luft- und Raumfahrtindustrie
  • bei der Planung, Installation, Wartung und Instandhaltung von produktionstechnischen Anlagen für die Fertigungsindustrie oder die Verfahrenstechnik
  • in der Forschung und Entwicklung in wissenschaftlichen Instituten beispielsweise der Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft
  • im Bereich des Qualitätsmanagements oder bei der Erstellung neuer Normen
  • im Vertrieb technologischer Lösungen und komplexer Produkte
  • im öffentlichen Dienst sowie in Institutionen und Einrichtungen mit dem Fokus auf Technik


Didaktisches Konzept des Studiengangs

Der duale Bachelor-Studiengang Mechatrnik wird in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Praxisunternehmen durchgeführt und besteht aus einem wissenschaftsbezogenen Teil und einem praktischen Teil. Der wissenschaftsbezogene Teil umfasst die akademische Ausbildung, die als Vollzeit-Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal (Lernort Hochschule) durchgeführt wird. Der praktische Teil des dualen Studiums wird in Form von Praxistransferphasen geleistet und findet an den Lernorten der Praxisunternehmen statt. Der praktische Teil ist mit dem theoretischen Teil inhaltlich, organisatorisch und zeitlich abgestimmt und findet in einem Unternehmen statt. Beide Lernorte werden somit eng miteinander verzahnt. In den Praxisphasen werden die Studierenden ihre erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen vertiefen, erweitern und anwenden und ggf. einen IHK/HWK-geprüften Berufsabschluss erlangen.
Alle ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge des Fachbereiches zeichnen sich durch eine anwendungsnahe Ausbildung mit hohem Anteil an praktischen Arbeiten im Labor neben den klassischen Vorlesungen und Übungen aus. Um einerseits eine Orientierungshilfe mit einer Wechseloption zwischen den Studiengängen nach dem ersten Semester zu geben und andererseits einer generalistischen Grundausbildung eines Ingenieurs gerecht zu werden, ist das Eingangssemester für alle vier ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge inhaltlich gleich.

Es schließt sich ein studiengangspezifisches Grundstudium im zweiten bis vierten Semester mit festgelegten Modulen im Curriculum an. Das sich anschließende Vertiefungsstudium ist durch ein Höchstmaß an Flexibilität in der Modulwahl geprägt. Gemein ist den Modulen, dass sie einen hohen Anteil an interdisziplinären Arbeiten enthalten. Favorisiert wird das Arbeiten in kleinen Gruppen, um auch die Ausprägung von Social Skills bei Rollenspielen in Projektarbeiten zu intensivieren.

Praktisches Studiensemester und Bachelorarbeit im abschließenden siebenten Semester werden fast ausnahmslos außerhalb der Hochschule absolviert, wobei die Einrichtung individuell gewählt wird und nicht selten zu einem direkten Einstieg in die berufliche Karriere in der jeweiligen Einrichtung führt.

Engagierte Lehrende, eine aktuelle und attraktive Laborausstattung, modernste Forschungsmöglichkeiten und eine inspirierende Lernumgebung bereiten die Studierenden auf eine erfolgreiche Karriere in den Ingenieurwissenschaften vor.

Eine direkte Anschlussfähigkeit an den Masterstudiengang Interdisziplinäre Ingenieurwissenschaften ist ebenso gegeben, wie eine Weiterführung zur Promotion im Promotionszentrum Umwelt und Technik der Hochschule.

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